1905 - 1906

Bau des Hotels Kreuz

1905–1906 erbaute Familie Theodor Birrer zwischen der Liegenschaft Rütli und der Mehlhütte der Bäckerei das neue Hotel Kreuz. Das Baugeschäft von Franz Stalder, Schüpfheim, bekam den Auftrag zur Bauführung. Anhand der vorhandenen Baupläne von damals sollte der Bau über einen Keller, ein Erdgeschoss, drei Etagen und einen Estrich verfügen. Auf den Bau der dritten Etage verzichtete man aber. Warum ein Stockwerk nicht realisiert wurde, konnte nicht eruiert werden. Laut Aussage von Josef Stalder, Schüpfheim, wäre das Haus mit drei Etagen unförmig und zu hoch geworden und hätte nicht mehr ins Dorfbild gepasst. Wer für den Innenausbau zuständig war, konnte nicht mehr festgestellt werden. Sicher ist, dass Josef Lustenberger von der Bärüti in einem der Stockwerke die Fenster montieren durfte. Wahrscheinlich ist auch, dass Robert Hauser beim Innenausbau geholfen hat.

Alter Bauplan von 1905 von Franz Stalder, Schüpfheim. Unterschiede zum erstellten Bau: Ein Stockwerk höher, und auf der rechten Seite ein Fenster breiter. Einzelterrassen, Erker bei der 2. und 3. Etage und Dachfenster wurden nicht gebaut.
Alter Bauplan von 1905 von Franz Stalder, Schüpfheim. Unterschiede zum erstellten Bau: Ein Stockwerk höher, und auf der rechten Seite ein Fenster breiter. Einzelterrassen, Erker bei der 2. und 3. Etage und Dachfenster wurden nicht gebaut.
Die Gartenwirtschaft war vor dem Eingang platziert.
Die Gartenwirtschaft war vor dem Eingang platziert.
Sicht von der Bäckerei Richtung Hotel Kreuz.
Sicht von der Bäckerei Richtung Hotel Kreuz.
Zimmer Nummer 3 mit Erker und Waschschüsseln
Zimmer Nummer 3 mit Erker und Waschschüsseln
Speisesäli für Pensionsgäste.
Speisesäli für Pensionsgäste.

Dependance

Das Hotel Kreuz entwickelte sich zu einem bekannten Kurhaus. Auf Drängen von Pfarrer Limacher entschloss sich Theodor Birrer-Koch, auf dem Platz der alten Wirtschaft zum Kreuz eine Dependance mit 29 Zimmern und sanitären Räumen zu bauen. 38 Betten konnten nun an Kurgäste vermietet werden. Die Gäste verweilten in der Dependance aber nur zum Ruhen und Schlafen. Die Mahlzeiten nahmen sie im Hotel Kreuz ein.
Zur Vollpension gehörten damals – Frühstück: Kaffee kompl.; Mittagessen: zwei Gänge und Süssspeise; Nachmittag: Kaffee simple; Nachtessen: ein Gang und Dessert. Der Preis für die Vollpension betrug Fr. 4.50 bis Fr. 6.– pro Person täglich, je nach Grösse und Einrichtung der Zimmer. Für Kinder unter zehn Jahren und Dienerschaften wurden je nach Ansprüchen besondere Pensionspreise verlangt. Für die Beleuchtung der Zimmer wurden in der Woche 50 Rappen verrechnet. Dazumal hatte man noch Karbidlampen. Das Karbidhäuschen stand rechts neben dem Kreuz auf dem heutigen Gemeindeparkplatz. Erst am 6. Mai 1916 gab es laut Konzessionsvertrag mit den CKW in Romoos Strom.
Auch Wellness wurde damals bereits angeboten. Für aufsteigende Fuss- oder Armbäder oder auch für ein Vollbad konnte man sich anmelden. Ein Kupferkessel und eine Emailbadewanne auf Füssen im zweiten Stock konnten gebucht werden. Die Preise betrugen damals für ein kaltes Bad mit Dusche 50 Rappen und für ein warmes Bad mit Dusche 80 Rappen.
Als der Erste Weltkrieg begann, reisten alle Gäste ab und die Zimmer konnten in der Folge nicht mehr so häufig vermietet werden. Die Familien Josef Lustenberger, Fritz Baumann und Gusti Probst wohnten einige Jahre in der Dependance. 1954 wurde das Gebäude an die katholische Kirchgemeinde Basel verkauft und als Ferienheim für Kinder aus dem Kinderheim «am Lindenberg» in Basel genutzt. 1973 wurde die verfallene Dependance von der Raiffeisenbank Romoos gekauft und 1974 abgerissen. Heute steht an dieser Stelle das Raiffeisenbank-Gebäude.

Dependance mit Garten
Dependance mit Garten
Alte Hofscheune hinter der Dependance
Alte Hofscheune hinter der Dependance
Luftaufnahme
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